Die 3 schönsten Tage in 4 Teilen.
geschrieben von Michael (15. Februar 2011)

„Plakette! Fasnachts-Plakette“ hallt es wieder durch die Bahnhofshalle „z’Basel“.  Und jeder weiss, die „drey schenschte Dääg“ lassen nicht mehr all zu lange auf sich warten.

Heuer lohnt sich ein Blick in die Kartonschachtel der Verkäufer besonders,  denn die Plaketten sind dieses Jahr speziell raffiniert gestaltet. Die Kupferne sieht anders aus als die Silberne. Und diese wiederum anders als die Goldene und das Bijou. Und trotzdem passen sie alle zusammen. Als einzelne Puzzle-Teile mit den typischen Fasnachts-Protagonisten versehen, stellen sie das diesjährige Fasnachts-Sujet (Motto) „Zämme fägts“ gekonnt dar.



Plaketten-Sujets Fasnacht 2011

Bronze, Silber, Gold und Bijou

Mit stolz vermerken wir Valencianer auch, dass der Künstler der Plaketten unser langjähriger Haus-Illustrator Domo Löw ist. Wir gratulieren Domo zu seinem gekonnten Wurf und lassen ihn hier gleich selber erläutern, wie er zur Idee der Plakette 2011 kam:

«Die Basler Fasnacht setzt sich aus verschiedensten Facetten zusammen. Alle Teilnehmenden sehen sich als tragende Elemente, ob als Pfeiferin, Tambour, Guggemusiker, Wägeler, Schnitzelbänklerin oder Zuschauer (die Liste ist nicht vollständig) und freuen sich über ihren Beitrag am Fasnachtstreiben auf ihre Weise.

Um dieses Zusammenspiel auf einer Plakette darzustellen, suchte ich nach einer einfachen und doch grafisch klaren Lösung.

Während der Sommerferien, kurz vor dem Einreichedatum zum Plakettenwettbewerb, regnete es in den Bündner Bergen einige Tage hintereinander, sodass ich mit den Kindern neben Eile-mit-Weile zum Zeitvertreib Puzzles legte. Dabei kam mir die Idee des Puzzle-Stückes, das Teil eines Ganzen ist und doch als einzelnes Objekt jedes seine eigene Kontur hat. So zeichnete ich auf verschiedenen Teilchen die diversen Fasnachtsteilnehmerinnen und -teilnehmer und versuchte diese, ohne sie in eine Rangliste zu setzen, auf die verschiedenen Plaketteneinheiten zu verteilen.

Nun zeigen sich folgende Figuren auf Kupfer, Silber, Gold und Bijou:
Der Wägeler als Waggis wirft eine Orange ins Publikum (er könnte auch auf einer Chaise sitzen), ein Stänzler pfeift, es trommelt der Dumpeter, ein Blätzlibajass fungiert als Tambourmajor und der Guggemusiker trompetet vom Helgen eines Schnitzelbängglers. Am Strassenrand verteilt eine alte Dante als Vorträblerin ihren Zeedel, der von der Hand eines Passanten in Empfang genommen wird.

So ist nach fünfzig Jahren, wenn auch nur durch Ärmel und Hand, wieder einmal eine wichtige Teilnehmergruppe unserer Fasnacht auf einer Plakette abgebildet: die Zuschauerinnen und Zuschauer.»

Das ist nicht nur lebendiges Brauchtum. Sondern auch eine kreativ konzipierte Umsetzung einer visuellen Kommunikation.

Gut gemacht Domo!

Portrait mit Gipsvorlage Plakette 2011

Domo Loew, Basel


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