Sbeschtwojehetsgits schon wieder veraltet
geschrieben von Guillermo (3. Dezember 2010)

So schnell kanns gehen. Eben noch in aller Munde, schon wieder aus dem Sinn. Zumindest, wenn man dem Zürcher persoenlich.com glauben darf. Hier in Basel taucht der Ausdruck sBeschtwojehetsgits jedenfalls von Zeit zu Zeit immer wieder auf. Vielleicht habt ihr meinen Blogeintrag im Oktober ja gelesen. (Wenn nicht, scrollt einfach runter.) Da war die Rede von Wörtern, die nach und nach aus dem Wortschatz verschwinden. Nun, so weit ist es noch nicht, dass sBeschtwojehetsgits aus dem täglichen Sprachgebrauch verschwunden wäre. Obwohl, seien wir ehrlich, wär’s denn so schlimm?

Neologismen kommen und gehen nun mal. Was soll man als Einzelner daran ändern. Wir können als Texter unseren Beitrag dazu leisten, den Wortschatz nicht verarmen zu lassen. Ihn nachhaltig beeinflussen … das wird schwierig, aber nicht aussichtslos. Fakt ist, dass die Sprache ihre Eigendynamik hat. Und die zeigt sich in diesem Monat Dezember erneut an den neu gekürten Wörtern des Jahres.

«Ausschaffung» ist das Schweizer Wort des Jahres 2010. Eine sechsköpfige Jury hat es aus rund 2000 Vorschlägen ausgewählt. Nicht gerade ein Neologismus und ganz bestimmt auch nicht sBeschtwojehetsgits. Aber so wurde entschieden, und als brave Mitbürger nehmen wir es zur Kenntnis.

Schon witziger ist das Unwort des Jahres 2010: «Fifa-Ethikkommission». Witzig vor allem, weil sich doch ganz viele darüber aufregen, dass die Kommission ja hausgemacht, also von der Fifa selbst auf die Beine gestellt wurde. «Achgott! Ja, und?» wird sich da der eine oder andere Verwaltungsrat und gleichzeitiger CEO denken, ist doch gang und gäbe hier in der Schweiz.

Aber lassen wir solche Sprüche und denken an das Wort des Jahres! Auch in Deutschland wurde jüngst eins gewählt. Allerdings zählt es erst zu den Jugendwörtern des Jahres. (Über das Erwachsenenwort scheint man sich noch nicht einig zu sein.) Es heisst: «Niveaulimbo». Geil, gell?! Es bezeichnet das stetig sinkende Niveau, insbesondere im Fernsehen.

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Das wiederum ist nicht so geil. Tja, aber es erklärt vielleicht die bei uns wuchernde «Hobbylos»-igkeit (CH-Jugendwort des Jahres). Wer viel glotzt, braucht eben keine Hobbys.

In diesem Sinne. Suchen wir uns ein Hobby. Wie wärs mit Wer-wird-Millionär-mit-Günther-Jauch-Gucken.


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